Vorstellung
Filmreihen
Filmtage
Kinoprojekt
Links
Kontakt
E-Mail
zurück zur Startseite

Die Oldenburger Filmtage

Die Oldenburger Filmtage sind Geschichte. Während der 10. Oldenburger Filmtage erreichte uns die Nachricht, dass die nordmedia GmbH die finanzielle Förderung der Filmtage einstellt.

Damit bricht ein wesentlicher Bestandteil unserer Finanzierung weg. Es ist sehr bitter, dass ausgerechnet das älteste Oldenburger Festival mit seinem unkonventionellen Profil nun durch rein marktwirtschaftliche Überlegungen zerstört wurde.

Das Land Niedersachsen hat seine kulturelle Verantwortung im Bereich Film an die nordmedia GmbH abgegeben. Diese jedoch fördert offensichtlich nicht mehr nach inhaltlichen Kriterien, sondern ausschließlich nach ökonomischen. Wichtig ist nicht mehr die Qualität des Programms sondern das Spektakel darum herum. Anscheinend ist das Bild in der Zeitung, die Party und der Glamour mittlerweile förderungswürdiger als die inhaltliche Auseinandersetzung des Publikums mit einer Filmemacherin z.B. aus Namibia, Israel oder Palästina.

Wenn von öffentlicher Hand nur noch Events gefördert werden, die ohnehin aufgrund ihres Profils schon von Banken und Firmen gesponsert sind, verliert öffentliche Förderung seinen Sinn. Kritische und unbequeme Veranstaltungen werden verdrängt und gehen verloren.

Wir wollten unserem Publikum kein austauschbares Schmalspur-Programm bieten, deshalb sahen wir keine andere Lösung, als die Einstellung des Festivals bekannt zu geben.

Eine ausführliche Stellungnahme zur Förderpolitik findet sich auf der Filmtageseite.

Eine kurze Zusammenfassung über Idee und Geschichte der Filmtage

Als 1993 die ersten Oldenburger Filmtage ins Leben gerufen wurden, sah die Oldenburger Kinolandschaft noch wesentlich anders aus. Seitdem wurden mit dem Muwi und den Ziegelhof-Lichtspielen zwei traditionelle Oldenburger Kinos geschlossen, ein Multiplex-Kino wurde gebaut, ein zweites Festival hat sich etabliert.
Die Idee, die hinter den Oldenburger Filmtagen steckte, ist jedoch einmalig geblieben und wie wir glauben notwendiger denn je. In Zeiten, in denen Kino und Film immer mehr zum Geschäft werden, Glamour, Special-Effects, und sogenannte Tabu-Brüche (Sex und Gewalt), wichtiger sind als Inhalt und Form eines Films setzten die Oldenburger Filmtage weiterhin einen Kontrapunkt.

Die Entstehung

Entstanden ist die Idee, in Oldenburg Filmtage zu veranstalten, 1993 im Medienbüro. RollenWechsel, Filmriß, das Mobile Kino Niedersachsen, Gegenlicht (damals noch unter dem Namen "AStA Lichtspiele") und das Medienbüro führten damals an unterschiedlichen Orten, mit den ihnen eigenen Schwerpunkten Filmveranstaltungen durch. So unterschiedlich die Struktur der einzelnen Gruppen war und ist, gemeinsam war das Ziel, Filme, die kaum eine Chance hatten in Oldenburg in die Kinos zu kommen, auch hier zeigen zu wollen. Was lag näher, als diese verschiedenen Aktivitäten zu bündeln und mit einer gemeinsamen Veranstaltung einmal im Jahr einem breiteren Publikum vorzustellen. Die ersten Oldenburger Filmtage, vom 7.-13. November 1993, waren geboren.

Die Bedingungen

Die Oldenburger Filmtage wurden fast ausschließlich ehrenamtlich organisiert. Neben der normalen Arbeit in den einzelnen Gruppen, der Erwerbsarbeit oder dem Studium musste alle anfallende Arbeit organisiert werden. Und Filmtage machten eine Menge Arbeit.
Außerdem haben die Oldenburger Filmtage von Beginn an unter chronischem Geldmangel gelitten. Der Etat, der uns jedes Jahr zur Verfügung stand, wird bei anderen Festivals vergleichbarer Größenordnung schon durch Werbung überschritten. Diese sehr schwierigen Rahmenbedingungen trugen mit dazu bei, dass wir jedes Jahr aufs neue bis zum Schluss improvisieren müssen.

Das Schwerpunktthema

Was die Oldenburger Filmtage von anderen Filmfestivals unterscheidet, ist sicher die Filmauswahl unter einem sich jährlich ändernden inhaltlichen Schwerpunkt. Die ersten Filmtage befassten sich thematisch mit "Menschen am Rande der Gesellschaft", ein Schwerpunkt war hierbei die Situation der Sinti und Roma. Zu den zweiten Filmtagen unter dem Motto "erst die Arbeit und dann..." war unter anderem die englische Gruppe "Amber" zu Gast, die sich in ihren Filmen hauptsächlich mit der Geschichte der Arbeiterklasse in Nordengland auseinandersetzt. "...und drittens die Liebe" bot die Gelegenheit sich von Maria Schmidt über die Bedeutung der Nonnen im Spielfilm aufklären zu lassen. "Was sollen wir denn machen ohne den Tod", ein Zitat aus dem gleichnamigen Film von Elfi Mikesch, beinhaltete eine Auseinandersetzung mit Filmen über Aids, Tod und Leben im Exil, der Bedeutung des Todes im Nationalsozialismus, dem Freitod und auch dem Sterben im Alter. Bei den 5. Filmtagen ging es ums "...unterwegs..." sein, die 6. Filmtage behandelten das Thema Identitäten unter dem Motto "die Erde ist Blau wie eine Orange", wiederum einem Filmzitat aus einem Film der in jenem Jahr porträtierten Regisseurin Trinh-T. Min-Ha. Beim Thema der 7. Filmtage "lebens(t)räume" war ein Schwerpunkt Israel, mit Filmen aus den jüdischen Vierteln osteuropäischer Städte noch vor der Zerstörung durch die Nazis oder dem Porträt von Senyora Bar David aus Tel-Aviv. 2001 schließlich ging es um Verbrechen und Kriminalität, wofür "Bonnie und Clyde" exemplarisch gerade stehen mussten.

Der Regionale Wettbewerb

Von Beginn an war uns die Förderung des regionalen Films ein wichtiges Anliegen. Der Regionale Wettbewerb war eins der wenigen Foren, in denen FilmemacherInnen aus der Region ihre Filme untereinander diskutieren und einer größeren Öffentlichkeit präsentieren konnten. Das Publikum des Regionalen Wettbewerbs ermittelte die Gewinner, die mit 1000 DM belohnt werden. Seit den 7. Oldenburger Filmtagen wurde der Regionale Wettbewerb in Kooperation mit dem offenen kanal oldenburg durchgeführt.

Videogruppen stellen sich vor

Video bietet vielen Menschen relativ unkompliziert die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Ideen in Bilder. Viele Videogruppen verstehen sich als ein Bestandteil von Gegeninformation und -kultur. In Oldenburg zu Gast waren bisher Gruppen aus Dortmund, Köln, Kopenhagen, Mexico-City, Hamburg, Konstanz, München, Freiburg, Wien, Bremen, Wuppertal, Lübeck und Berlin.

Kino in der Schule

Das Mobile Kino Niedersachsen bot jedes Jahr kostenlos Filmveranstaltungen für SchülerInnen mit anschließenden Gesprächen an. Die Schulveranstaltungen erfreuten sich einer großen Beliebtheit, die Termine waren oft Wochen vorher schon vergeben.

Portrait einer feministischen Filmemacherin

Um der männlichen Dominanz im Filmbereich und Kinogeschäft, mit der wir uns als VeranstalterInnen tagtäglich konfrontiert sahen, zumindest ein Stück weit entgegenzuwirken, haben wir uns entschlossen, jedes Jahr einer feministischen Filmemacherin einen besonderen Platz im Programm einzuräumen.

Auch die Präsentation filmhistorisch bedeutender Filme (oft mit Live-Musik), die nicht immer sehr bekannt sind, sahen wir als Aufgabe der Filmtage. Eine besondere Berücksichtigung im Programm fanden insbesondere Filme aus Osteuropa, Asien, Afrika und Lateinamerika, die in ihrer Erzählstruktur und Ästhetik oft in vielem unkonventioneller sind als die sogenannten Independents Europas und Nordamerikas.

Natürlich fehlten auf den Oldenburger Filmtagen nicht die vom Publikum besonders beliebten Programmteile wie das Kurzfilmfrühstück, die lange Filmnacht, der Kinderfilmnachmittag oder der Klassiker am Sonntagnachmittag mit Kaffee und Kuchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Oldenburger Filmtage ein Forum für Film boten das in Oldenburg einmalig ist. Die Essenz unseres Festivals lag auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Medium Film, den anwesenden Gästen und dem Publikum. Dass dies auch heute noch möglich ist zeigte die Zustimmung und Ermunterung durch ein wachsendes Publikum.

Übersicht


vorstellung    filmreihen    filmtage    cine k    links    kontakt