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Kultursommer Rheinland-Pfalz
25. Juli bis 2. August 2008

Sommer Kino Kohlhof


Filmkunst auf dem Land: »Kino auf dem Kohlhof«.
Leicht zu erreichen und gar nicht so schwer zu finden.

Junges, internationales und meist noch unbekanntes Kino auf dem Land. Was als großes Wagnis vor sechs Jahren begonnen wurde, hat sich schnell zu einem festen Bestandteil des Kultursommers in der Region etabliert.

Im diesjährigen Kultursommers dreht sich alles um das Thema Arbeit. Unsere Filmauswahl wird sich dem Thema von verschiedensten Seiten nähern und erneut beweisen, dass es jenseits von Hollywood jede Menge spannendes Kino zu entdecken gibt. Beginnen werden wir am 25. Juli auf vielfachen Wunsch wieder mit einem Kurzfilmprogramm, und enden am 2. August mit einem ganz besonderen Highlight: dem Stummfilm »Der Sonderling« von Karl Valentin, den Jogi Nestel mit mehr als 80 verschiedenen Instrumenten live begleitet.

Zum Erfolg des Sommer Kino Kohlhof trägt ganz besonders das wunderschöne Ambiente in der offenen Scheune der Firma Fagus Gartengestaltung bei. Auch in diesem Jahr öffnet der Biergarten wieder um 20 Uhr. Frühes Ankommen wird also nicht nur wegen der begrenzten Plätze empfohlen!

Wir wünschen unvergessliche Kinoabende!

Marion Fittje, Wolfgang Bruch, Birgit und Roland Pousset


Einlass und Biergarten jeweils um 20.00 Uhr. Die Filme beginnen mit Einbruch der Dunkelheit (gegen 22 Uhr). Eintritt: 6 Euro, Festivalkarte: 35 Euro, Stummfilm mit Live-Musik: 10 Euro

In diesem Jahr gibt es erstmals die Möglichkeit vorzubestellen:
ab dem 23.07.2008 jeweils von 17 bis 19 Uhr unter der Telefonnummer 06236/8109





Freitag, 25. Juli

Internationales Kurzfilmprogramm

Nach vielen Anfragen im letzten Jahr präsentieren wir erneut eine bunte Mischung aus aktuellen Animations, Spiel und Dokumentarfilmen rund um das Thema Arbeit und versprechen einen kurzweiligen Abend.



Samstag, 26. Juli

Sommer vorm Balkon

Ein Film von Andreas Dresen
Deutschland 2005, 107 min, mit Inka Friedrich, Nadja Uhl und Andreas Schmidt

Ein Sommer in Berlin. In einem alten Mietshaus wohnen die Freundinnen Katrin und Nike. Nike hat einen Balkon, Katrin hat einen Sohn, Ronald fährt einen Truck, Tina ist Kellnerin, Oskar und Helene sind alt und allein. Ob mitten im Leben oder fast am Ende, sie alle fragen sich das Gleiche: Dauert die Liebe über die Jahreszeiten? Oder ist sie nur ein Botenstoff im Hirn, der kommt und geht? Es wird gelebt und geliebt, und es ist immer noch Sommer in Berlin.

Mit präzisem Blick und großer Liebe zu den Figuren hat Regisseur Andreas Dresen die Geschichte von zwei Freundinnen verfilmt. Zwischen Himmel und Erde sitzen sie auf dem Balkon und blicken auf das bunte, schwierige Dasein, in dem die richtigen Männer oft die falschen sind und in dem man besser durchkommt, wenn man nicht nur schön ist, sondern auch stark.

Der Autor Wolfgang Kohlhaase, ein Spezialist für lakonische Dialoge, erzählt davon mit Leichtigkeit, und der Film hält ohne Mühe die Balance zwischen Komik und Tragik. Nicht zuletzt dank eines großartigen Darsteller-Ensembles ist Andreas Dresen mit »Sommer vorm Balkon« eine bezaubernde Komödie gelungen, getragen von Wärme, Herzlichkeit und hinreißendem Humor. So ist das Leben. Aber wirklich!

Filmseite und Trailer: www.sommervormbalkon.de



Sonntag, 27. Juli

Broken Wings

Ein Film von Nir Bergman
Israel 2002, 87 min

Der tragische Tod des Vaters stürzt die Familie Ulman in eine tiefe emotionale und finanzielle Krise. Während sie verzweifelt versuchen, zurecht zu kommen, entfremden sich Dafne und ihre vier Kinder zunehmend voneinander.

Der fünfjährige Bar fühlt sich vernachlässigt, während der zehn Jahre alte Ido plant, den Weltrekord im Turmspringen zu brechen – in ein leeres Schwimmbecken. Yair, der Sohn im Teenager-Alter, weigert sich, in die Schule zu gehen und verteilt lieber als Maus verkleidet Flugblätter in der U-Bahn. Und die siebzehnjährige Maya kämpft gegen Wut und Schuldgefühle, da sie die Rolle der Ersatzmutter für die jüngeren Kinder übernehmen muss.

Während ein Tag im Leben der Familie vergeht und sich die einzelnen Geschichten der trauernden Familienmitglieder verbinden, beginnt ein unerwarteter Vorfall, alle in eine Richtung zu ziehen. Neue Hoffnung keimt auf und sie erhalten die Chance, ihre gebrochenen Herzen zu heilen und ihre gebrochenen Flügel wieder auszubreiten.

Zurückhaltend und trotzdem voller Wärme, Emotionalität und absurdem Witz beschreibt der Regisseur Nir Bergman in seinem Debütfilm, wie eine Familie mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgeht. Geschickt verwebt er dabei die unterschiedlichen Verhaltensweisen miteinander und schafft die schwierige Balance zwischen Tragödie und Komödie, ohne jemals platt oder trivial zu werden. Eine gelungene Mischung, die bereits auf zahlreichen Festivals rund um den Globus das Publikum begeisterte und etliche Auszeichnungen und Preise einheimste (so etwa auf der Berlinale den Publikumspreis des Panoramas und den Großen Preis des Filmfestivals Tokio).

»Ein Film zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken. Und ein bewegendes Bild vom Alltag im heutigen Israel.« KinoZeit



Montag, 28. Juli

Wir werden uns wiederseh'n

Ein Film von Stefan Hillebrand und Oliver Paulus
Deutschland/Schweiz 2006, 90 min

»Schön, dass wir jetzt auch einen Mann auf Station haben, … also ich sag' immer, in der Mitarbeiterschaft, so ein Mann dabei, das tut Wunder!« meint Pflegedienstleiterin Petra Opels (Isolde Fischer) beim Begrüßungsgespräch mit ihrem neuen Mitarbeiter Holger (Tom Jahn). Der charmante Bindungspaniker ist eigentlich aus Berlin in den Süden Deutschlands gekommen, um seinen ungeklärten Beziehungswirren zu entfliehen.

Stattdessen bringt er aber erneut eine Menge Unordnung in den labilen Seelenhaushalt zweier Frauen: Barbara (Pola Kinski), die als Küchenhilfe im selben Pflegeheim beschäftigt ist, hat sich Holger als Heilmittel gegen ihre Einsamkeit auserkoren. Die zarte Liebesgeschichte gerät jedoch sogleich wieder ins Wanken, als Holger sich alsbald auch zu seiner Chefin Petra Opels hingezogen fühlt.

Schwung in die Geschichte bringt die etwas verrückte Frau Kramer (Lieselotte Langer), die behauptet, im Haus »Schlager singende Geister« zu sehen – bittersüß die nostalgische Filmmusik von Mardi Gras.bb. Die ältere Dame mit ihrer Gehhilfe wird zur Metapher für Aufbruch und Leben. Eine skurrile Tragikomödie über Sehnsucht und Liebe, bzw. über die herrlich schrägen Seiten des vermeintlich tristen Alltags ….

»Einen warmherzigeren, lebensklügeren, mitfühlenderen Film, der seine Figuren zu vermitteln, nicht zu verheizen sucht, wird man derzeit kaum finden. Die Bilder sind von wunderbar frischer, unverbogener Menschlichkeit.« Stuttgarter Zeitung

Filmseite und Trailer: www.wir-werden-uns-wiedersehen.de



Dienstag, 29. Juli

Kinky Boots

Ein Film von Julian Jarrold
Großbritannien 2005, 107 min, OmU

Charlie Price freut sich auf den Umzug nach London. Mit seiner Freundin Nicola will er endlich den Mief von Northhampton hinter sich lassen und in der Großstadt ein neues, aufregenderes Leben beginnen. Zu lange hat ihn sein Vater in die grosse Schuhfabrik geschleppt, die ganzen Maschinen kennenlernen lassen und mit netten, aber teils etwas sonderbaren Mitarbeitern umgeben. Und das alte Geschäft mit Herrenschuhen ist eh nichts für Charlie.

Da stirbt Papa Price und hinterlässt Charlie die Schuhfabrik, die Mitarbeiter und einen geplatzten Auftrag. Charlies erste Aufgabe ist es dann auch, Mitarbeiter zu entlassen und versuchen, die Fabrik am Laufen zu lassen. Bei einem Besuch in London trifft er auf »Lola«. Sie/Er ist ein Mann in Frauenklamotten. Eine Dragqueen, deren hautenge und kniehohe Schuhe unter seinem männlichen Gewicht immer wieder brechen.

Eine Idee ist geboren, eine Verkaufsnische gefunden. Statt den öden Herrenschuhen, die ein Leben lang halten und somit für die Verkäufer unattraktiv sind, will Charlie nun Frauenschuhe für Männerbeine herstellen. Schuhe, in denen sich alle Crossdresser, Transvestiten und Dragqueens endlich sicher sind, dass die Treter auch halten. Für diesen Plan lässt er »Lola« (der eigentlich Simon heißt) nach Northhampton kommen.

Die Probleme beginnen aber erst richtig mit der Ankunft der Dragqueen. Denn dort im Norden, wo Männer noch Kerle sind und Frauen an den Nähmaschinen sitzen, ist ein Mann in Frauenkleidern keineswegs erwünscht, geschweige denn geduldet. Wird Charlie seinen Plan bis zur Schuhmesse in Mailand trotzdem umsetzen können? Wird die Fabrik ihre Pforten schließen müssen, oder findet Lola einen Weg zur Rettung? Und ist Nicola überhaupt die richtige Freundin für unseren Charlie aus Northhampton?

»Der Kino-Film ›Kinky Boots – Man(n) trägt Stiefel‹ ist ein absolutes Highlight der Macher des ebenso köstlichen Kino-Films »Calender Girls«. Das sprüht und funkelt, ist witzig und aberwitzig, amüsant und hinreißend komisch, boshaft und hinterfotzig, und in jeder der 102 Minuten liebenswert. Wunderbar gespielt, wunderbar fotografiert, und mit klasse Songs. Wer die Möglichkeit hat, sich den Film auf der Leinwand anzuschauen – nichts wie rein!« cinema

Filmseite und Trailer: www.kinkyboots-movie.com



Mittwoch, 30. Juli

Leergut

Ein Film von Jan Sverák
Tschechien 2007, 103 min

Josef hat die aufmüpfigen Kids von heute satt und macht Schluss mit dem Lehrerdasein. Aber immer nur daheim bei seiner besseren Hälfte Trübsal blasen – das geht nicht. Schließlich träumt der rüstige Graubart noch von jungen Dingern in Strapsen. Und einer Aufgabe.

Also sucht er einen Job – und landet nach allerlei Pleiten an der Leergutannahme eines Supermarkts. Dort fängt der Schwerenöter an, sich sachte kuppelnd für das Glück seiner Mitmenschen zu interessieren: einer knapsenden Nachbarin, schüchterner Kollegen, seiner Tochter, der Puppenspielerin, und zuletzt sogar das seiner Frau …

»›Leergut‹ ist bezaubernd, komisch, bittersüss, komisch, romantisch und letzten Endes, erraten, sehr komisch. Nur wenige Dinge im Leben sind eine derartige Herausforderung wie eine lange Ehe und der Ruhestand. Wenn sich ein Meisterregisseur des Themas annimmt, der seinen eigenen Vater und zugleich Drehbuchautor mit der Hauptrolle betraut, sollte man eine gehaltvolle Komödie erwarten. Genau damit beglückt uns ›Leergut‹!« Jane Schoettle, Toronto International Film Festival

In seiner Heimat brach »Leergut« sämtliche Rekorde und wurde mit 1 Million Zuschauern von 10 Millionen Tschechen der erfolgreichste Film seit Bestehen der Republik!

Filmseite und Trailer: www.leergut-der-film.de



Donnerstag, 31. Juli

Bread and Roses

Ein Film von Ken Loach
Großbritannien 2000, 110 min, mit Pilar Padilla, Adrian Brody, Elipida Carillo und George Lopez

Durch eine brutale Schieberbande gelangt die junge energische Mexikanerin Maya auf der Suche nach Arbeit in die Vereinigten Staaten, wo seit längerem ihre Schwester Rosa in Los Angeles lebt. Mit ihrer Hilfe bekommt sie einen Job in einem Reinigungsunternehmen, in dem zahlreiche illegale Einwanderer für wenig Lohn und ohne Krankenversicherung beschäftigt sind. Durch einen jungen Gewerkschafter wird ihr die ausbeuterische Situation erst richtig bewusst, die gleichwohl für viele die einzige Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen darstellt. Gegen ihre Schwester, die einen kranken Mann zu versorgen hat, und unter großen persönlichen Opfern entscheidet sie sich für den Kampf um ihre Rechte.

Mit der Handkamera erzählt und mit großartigen Schauspielern bestückt, widmet sich »Bread and Roses« eindringlich einem brennend aktuellem Thema von internationaler Tragweite. Das mitreißende USA-Debüt von Ken Loach (»Land and Freedom«) zeigt, dass sein Ansatz des »social realism« und die seinem Werk eigene Kraft von universeller Geltung ist.



Freitag, 1. August

Die große Verführung

Ein Film von Jean-François Pouliot
Kanada 2003, 109 min

Erschöpfte Fischgründe haben das kleine Hafendorf Sainte-Marie-La-Mauderne um die Arbeit gebracht. Jetzt leben die Fischer von Stütze. Vielleicht würde ein Unternehmen eine Fabrik zu bauen – aber nur, wenn sich ein Arzt auf der Insel niederlässt!

Da heckt Germain die wundersame Verwandlung des Dorfs aus, um Dr. Lewis aus der Stadt zu verführen. Von berückenden Frauenfüßen übers verhasste Kricket bis zu ausgefallenen Krankheiten tun die Verschwörer alles, um den Doktor zu blenden: Sainte-Marie-La-Mauderne ist der schönste Platz der Welt!

»Eine hinreißende Komödie! Ihr warmherziger Charme und kauziger Einfallsreichtum ließ mir die Insel und ihre Bewohner sofort ans Herz wachsen – ich hätte das Kino am liebsten gar nicht mehr verlassen!« Brigitte



Samstag, 2. August

Der Sonderling

Ein Film von Walter Jerven
Deutschland 1929, 90 min, mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt

Der Sonderling arbeitet als Geselle bei Schneidermeister Kuhn, dessen Gattin romantisches Interesse an ihm entwickelt. Sie klebt dem leidenschaftlichen Briefmarkensammler heimlich sein ersehntes Lieblingsstück ins Album. Da einem Kunden kurz zuvor die für den Kauf notwendige Summe entwendet wurde, wird Valentin irrtümlich als Dieb verhaftet. Das stört sein seelisches Gleichgewicht empfindlich – auch als man ihn wieder entlässt und sich für das »Missverständnis« entschuldigt. Er unternimmt mehrere Selbstmordversuche, die alle aus technischen Gründen scheitern: Der Strick ist zu kurz zum Erhängen, das Wasser zu flach zum Ertrinken, das Gas gerade abgestellt. Auch mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen, hilft nicht – die Mauer stürzt ein. Eine Motorradfahrt mit der liebestollen Meisterin lehnt er indessen ab: »Ich bin doch nicht lebensmüde!«

Die Musik:

Auf rund 80 Instrumenten aus der ganzen Welt, chinesische Gongs, afrikanische Log-Drum, karibische Steel-Pans, allerlei Klang-Instrumente bis hin zu Vogelstimmen und Spielsachen, basierend auf einem herkömmlichen Schlagzeug, schafft Jogi Nestel eine Musik, die zunächst die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht, dann jedoch zunehmend mit den Bildern verschmilzt, so dass Film und Musik zu einer Einheit werden. Die Musik unterstützt den Film: Sie bereitet Spannungsmomente vor und steigert die Wirkung der Komik.

Der Musiker: Jogi Nestel (Schlagwerk und Percussion)

Geboren 1965 in Sindelfingen, aufgewachsen in Weil im Schönbuch/Breitenstein.

Jogi Nestel war schon früh durch den Unterricht beim Afro- und Balafon-Spezialisten Gert Kilian mit vielen Percussion-Instrumenten und verschiedenen Musik-Kulturen in Kontakt gekommen.

Musikalische Ausbildung: Nach zwei Semestern an der Swiss Jazz School, Bern, Wechsel an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart, zu Pierre Favre mit Diplom-Abschluß 1992. Danach, ebenfalls bei Pierre Favre, erster Absolvent eines künstlerischen Aufbaustudiums im Fachbereich Jazz/Pop-Schlagzeug mit Solisten-Abschlußprüfung.

Mehr Infos zu Jogi Nestel: www.drumsandmovies.de

Eintritt: 10 Euro



Ermöglicht wurde das Sommer Kino Kohlhof durch die Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz im Rahmen des Kultursommer Rheinland Pfalz und Fagus Gartengestaltung.

Eine Veranstaltung von der Initiative für Filmkultur in Kooperation mit dem Medienbüro Oldenburg e.V.

Das Programm der vergangenen Jahre:


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