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Menschen ohne Papiere
(März 1999)

Eine Film- und Veranstaltungsreihe zur Lebenssituation Illegalisierter


Freitag, 26.03.99, 20:00 Uhr, PFL:

Karzan's Brothers

von Karzan Krekar
Großbritanien 1996, 60 min, VHS, OmU

Der Filmemacher Karzan Krekar, begibt sich in seine Heimat im irakischen Teil Kurdistans, um seine Brüder nach Europa zu bringen. Die Situation im sogenannten Safe Haven wird nicht mehr lange sicher sein. Also macht sich Karzan mit seinen drei Brüdern und einem Kamerateam der BBC auf den Weg in den Westen, welcher sich als sehr lang und beschwerlich erweisen wird. Der Film begleitet die vier Brüder auf ihrem Weg in den Westen, wo sie sich Sicherheit für sich erhoffen, in welche sie dann ihre Familien nachholen wollen.

Der Film zeigt sehr anschaulich, wie die zunehmende Abschottung Europas dazu führt, daß die Flüchtenden ihr Schicksal und immense Summen Geld den sogenannten Schleppern und Schleusern anvertrauen müssen, um eine Chance zu haben Westeuropa überhaupt noch zu erreichen. Je mehr Geld man/frau investieren will oder kann, um so leichter und direkter wird der Weg.


Sonntag, 28.03.99, 20:00 Uhr, PFL:

Clandestins

von Denis Chouinard & Nicolas Wadimoff
Schweiz 1997, 98 min, 35 mm, OmU

Sechs Personen, sechs Leben, sechs Schicksale, die in einem Container versteckt zusammentreffen. Sie alle verbindet ein Wunsch: dorthin zu gelangen wo das Leben besser ist. In diesem Fall machen sie sich von Frankreich auf den Weg nach Canada. Die Überfahrt dauert länger als eine Woche, die Vorräte werden knapp und als ständige Begleiter reist auch die Angst mit in ihrem Container. Die Angst nicht durchzuhalten, die Angst, den Verstand zu verlieren oder entdeckt zu werden. Die Schiffsmannschaft hat eindeutige Anweisungen, dass kein illegaler Flüchtling das Festland erreichen darf. Dann hat das Schiff einen Motorschaden auf hoher See und die Vorräte werden immer knapper. Daraufhin verläßt ein Junge den Container, um das Schiff zu erkunden...

Seit Beginn der 90er sind mehr als tausend Flüchtlinge an Bord von großen Frachtschiffen in Canada angekommen und haben in Montreal Asyl beantragt. Aufgrund der Aussichtslosigkeit eines Visaantrags machen sie sich einfach so auf den Weg und versuchen, als "blinde Passagiere" das gelobte Land zu erreichen. Die Einzelschicksale und individuellen Fluchtgründe in Clandestins bekommen die ZuschauerInnen nur soweit mit, wie es sich die Charaktere untereinander mitteilen. Der Film legt seinen Schwerpunkt auf die konkrete Situation in dem Container. Anders als in vergleichbaren Filmen, wie z.B. Deadly Voyage, wo die Flüchtlinge von der Besatzung, wie in einem Actionfilm durch das Schiff gejagt werden, verläßt Clandestins nur ganz selten den Ort der Handlung. Dadurch schafft es der Film auf eindrucksvolle Weise die beklemmende Situation in dem Container rüberzubringen.


Dienstag, 30.03.99, 20:00 Uhr, PFL:

Das Untergrundorchester

von Heddy Honigmann
Niederlande 1998, 60 min, VHS, OmU

Sie sind noch nie miteinander aufgetreten, obwohl sie alle seit Jahren in der gleichen Stadt leben. Sie geben fast nur Solokonzerte, schlecht bezahlt, kaum beachtet. Ihre Bühne ist irgendwo in den zugigen Gängen der Pariser Metro. Ihr Leben spielt sich im doppelten Sinne im "Untergrund" ab, da sie fast alle illegal in Frankreich leben. Nach den Bombenanschlägen wurden die Sicherheitsmaßnahmen in der Pariser Metro rigoros verschärft, was das Filmen praktisch unmöglich gemacht hat. Daraufhin haben Heddy Honigmann und ihr Filmteam ihre Arbeit hauptsächlich überirdisch fortsetzen müssen. Sie porträtieren den Lebensalltag von MusikerInnen, die fast alle als Flüchtlinge nach Frankreich gekommen sind. In kleinen Mansardenzimmern, in schäbigen Absteigen sind sie untergekommen. Den Vermietern zahlen sie, weil sie keine Wahl haben, völlig überteuerte Mieten. Die holländische Dokumentarfilmerin Heddy Honigmann hat diese Menschen aufgespürt, ihre Musik in einer kleinen Weltreise zusammengestellt und sich ihre Lebensgeschichten erzählen lassen - Geschichten von Revolution und Bürgerkrieg, von Hunger, Armut und ganz privaten Tragödien. Die Musik ist oft ihre einzige Brücke zur Vergangenheit. Nach bis zu 20 Jahren im Exil ist sie ihnen ein letztes Stück Heimat geworden, ein kleiner, warmer Hoffnungsschimmer in der kalten Fremde.

Der Film porträtiert Menschen, auf die der eng gefasste Begriff der politischen Verfolgung oftmals nicht zutrifft und die versuchen, sich mit ihren Talenten irgendwie durchzuschlagen. Die fast alltägliche Anst vor Razzien und die Einsamkeit im Exil. Hierbei wird Wert darauf gelegt nicht nur die Härten im Leben der Portätierten darzustellen, sondern auch ihr Durchhaltevermögen, ihre Würde und ihre Stärke.


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