Vorstellung
Filmreihen
Filmtage
Kinoprojekt
Links
Kontakt
E-Mail
zurück zur Startseite

Stummfilm mit Live-Musik


Sonntag, 23.02.03, 20:00 Uhr
Ansgarikirche Eversten:

Fritz Lang

Der müde Tod

Deutschland 1921, 35 mm, 98 min;
Buch: Thea von Harbou
Kamera: F.A. Wagner, E. Nitzschmann, H. Saalfrank
Darsteller: Bernhard Goetzke, Lil Dagover
Bauten: W. Röhrig, H. Warm, R. Herlth

an der Orgel der Ansgarikirche begleitet von Johannes von Hoff

Der Film

Fritz Lang erzählt in "Der müde Tod" mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln expressionistischer Filmkunst auf wunderbare Weise drei Episoden mit dem gleichen Thema. Ein Mädchen, dessen Geliebter gerade vom Tod geholt wurde, will Selbstmord begehen. Der Tod gibt ihr in einer Rahmenhandlung drei Chancen, den Geliebten zu retten. Die erste Episode spielt am Hof des Kalifen von Bagdad, die zweite zur Renaissancezeit im venezianischen Karneval und die dritte in einem märchenhaften China. In keiner der drei eingeschobenen Sequenzen gelingt es dem Mädchen, das Schicksal aufzuhalten. Erst als sie ihr eigenes Leben aufgibt, wird sie im Tod mit dem Geliebten vereint.

Der Regisseur

«Fritz Lang war fünf Jahre alt, als das Kino erfunden wurde. Es wurde sein Lebensmedium. "Wann immer ich zu wählen hatte zwischen meinem Privatleben und dem Film", sagte er später einmal, "wählte ich den Film." Lang hatte Glück: Er arbeitete genau in jener Epoche, die das Kino für sich allein hatte, in den Jahren zwischen 1920 und 1960, nach dem Theater und vor dem Fernsehen. In den 41 überlieferten Fritz-Lang-Filmen ist alles enthalten: Deutschland und Hollywood, Stummfilm und Tonfilm, Schwarzweiß und Technicolor, Marilyn Monroe und Marlene Dietrich, Doktor Mabuse und Jesse James, Berlin und New York, Inflation und Wirtschaftswunder, Anarchie und Gesetz.

Als der Produzent Erich Pommer zum ersten Mal mit Lang zusammentraf, war er beeindruckt von einem Mann, der bisher Postkarten gemalt hatte, aber vom Kino schon sprach wie ein Meister: "Lang sah, mit den Augen des Malers, dass das Fotoobjektiv, also das Auge der Aufnahmekamera, dazu dienen müsse, unter Verwendung von Licht- und Schatteneffekten, Darstellung, Handlung und Hintergrund zu einem einheitlichen Ganzen zu verschmelzen, also gewissermassen eine Art Filmkomposition zu schaffen." Die französische Filmkritik im Vorfeld der Nouvelle Vague bezeichnete denselben Sachverhalt später mit dem Wort von der "mise-en-scène", und feierte Lang für seine Kunst.

Lang hat mit seinen weit über 40 Filmen, darunter METROPOLIS und M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER Filmgeschichte geschrieben. » (Bert Rebhandl)

Der damals 30-jährige Fritz Lang entwickelte in DER MÜDE TOD eine technisch und künstlerisch vollendete Bildsprache, die ihm zum endgültigen Durchbruch als Regisseur verhalf. Ebenso spektakulär sind die eindrucksvollen Bauten, die er vor allem durch geschickte Lichteffekte zu plastischem Leben erweckte.

Der Ort / Die Musik

Der Film DER MÜDE TOD wird von romantischer Stimmung und Resignation geprägt: Der Tod ist seines Amtes müde geworden und sehnt sich danach, von der jungen Frau "besiegt" zu werden. Die metaphysische Aura, die von Langs` stilisierten Bildern erzeugt wird, kommt in der Ansgarikirche vollends zur Geltung. Die klaren Bilder und die Klangentfaltung einer Kirchenorgel verleihen der Filmvorführung eine neue Qualität in einem ungewöhnlichen Erlebnis- und Erfahrungsraum.
Johannes von Hoff hat an der Musikhochschule Köln Schul- und Kirchenmusik, mit Hauptfach Orgel, studiert. Seit 1986 ist er Kirchenmusiker und Kreiskantor an der Ansgari - Kirche in Oldenburg, mit vielfältiger Konzerttätigkeit im In- und Ausland als Organist und Cembalist. Er ist Leiter des Oldenburger Kammerchores und der Ansgari - Kantorei sowie verschiedener Projektchöre.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Gesamtkirchengemeinde Oldenburg-Eversten; Eintritt: 8 €


vorstellung    filmreihen    filmtage    cine k    links    kontakt